CHRISTIAN BERNHARDT



tagelang
Christian Bernhardt: tagelang. Roman. München 2004,
Liebeskind, 182 S., Hardcover, ISBN 3-935890-20-6.

'tagelang' erzählt von einem namenlosen jungen Paar, beruflich erfolgreich und kinderlos, das Opfer eines Autounfalls wird. Sie liegt noch im Koma, aber ihr Lebensgefährte wird schon nach wenigen Tagen aus dem Krankenhaus entlassen. Zurück im gemeinsamen Reihenhaus, versucht er den Unfallhergang zu rekonstruieren. Er versucht sich an die Momente vor dem Unfall zu erinnern, an die Stunden, Tage und Wochen, aber seine Anstrengungen laufen ins Leere. - 'tagelang' beschreibt eine namen- und ortlose Wirklichkeit, eine Transitlandschaft, die aus Autobahnen, Reihenhäusern und Bürostädten besteht und das Leben von zwei Menschen in dieser Landschaft.


Und es roch auch draussen vor dem neuen Reihenhaus neu, nach dem frischen Verputz der Aussenwände, wenn man am Hauseingang nah an der Wand stand, dann konnte man die neue Wand riechen.

Zerbrochene oder auseinander gefallene Plastikhüllen der CDs liegen auf der Rücksitzbank und vorn im Fussraum liegt eine geschlossene Hülle. Auf dem Beifahrersitz liegt eine weitere CD-Hülle, aber leer. auch der Inhalt des Handschuhfachs hat sich im Wagen gleichmässig verteilt.

Dann schob sie die Packung zwischen den Händen höher, kippte die Packung leicht, und das weisse und blau gekörnte Spülmaschinenpulver rieselte langsam in die Dosiermulde aus Plastik, in die offene Klappe der Spülmaschine, rieselte bis zur Muldenkante.

FAZ (Mark Siemons): "Alle Sehnsüchte münden in ein Produktversprechen ..." - Stuttgarter Zeitung (Julia Schröder): "Dieser normierte Limbus, diese Vorhölle ist der Ort, an dem wir zu Hause sind."

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