KRAFTFELD NIE DAGEWESENER KLARHEIT

 

ÜBER DIE ENTSTEHUNG DES KRAFTFELDS NIE DAGEWESENER KLARHEIT

 

DAMALS

auch ich hätte es gesehen, damals hier auf dem platz stehend, auf dem es zu sehen war, hätte es selbst gesehen, das feld, ereignis oder erscheinung. über die erscheinung, oder wie es dann auch bald genannt wurde, über das feld, wurde zuerst von einigen personen berichtet, personen oder passanten, die wahrscheinlich auch, oder mit sicherheit, auch an seiner entstehung beteiligt gewesen waren.

 

es wurde seitdem oft darüber berichtet, es wurde schon damals geforscht, erforscht, es wurde herumgeforscht, es wurde niedergeschrieben was damals geschah, wieder und wieder, denn, auch ich sage es, es wird unvergessen bleiben, was damals geschah.

 

von ihnen selbst, von den personen, war es selbst berichtet worden, dass sich an einem tag im juli 2016 jene, einige sagten, sehr verschiedene personen auf dem platz getroffen hätten, um gemeinsam eine art vorrichtung zu installieren, und aus dieser vorrichtung sei es dann gekommen. die existenz der damals und zuerst so genannten vorrichtung wurde bereits damals bezweifelt (auch von den personen selbst). man nahm an, die sogenannte vorrichtung sei von den beteiligten personen als erklärung für das geschehen benutzt worden, für das erscheinen des unerklärbaren, ihr wisst, es gibt mittlerweile so viele namen dafür. auch wenn wir meist den einen benutzen, das feld.

 

eine vorrichtung wurde auf dem platz auch nie gefunden. und wie jedes kind heute weiß, wie jedes kind heute schon früh in schulbüchern nachlesen kann, hatten sich die dinge, die zustände an jenem tag im juli 2016 ereignet, andere sagten und schrieben auch später, verdichtet, und das hervorgebracht, was damals verständlicherweise noch nicht so hieß, und so heute und damals auch einfach nur 'das ereignis' oder 'die ereignisse' genannt wurde.

 

ich berichte hier von den ereignissen auf dem platz, dessen weit in die zukunft reichende folgen in diesem juli 2016 noch niemand wirklich ahnen konnte. - und ja, es ist so, schon sehr bald sprach man von einem besonderen, einem kraftfeld, andere nannten es zone der merkwürdigen energie oder magisches feld oder nur das feld.

 

 

EUPHORIE UND IDENTITÄT

wer hätte geahnt, gedacht oder nur geraten, dass dieser tag, dass irgendein tag für die stadt und dann für das ganze land, wer hätte das vorher gedacht, dieser tag, dass ein einfacher tag im juli, ein scheinbar einfacher tag, für dieses land, wer hätte sich das vorstellen können, dass er so wichtig sein würde, für uns, für uns alle.

 

 

ZEUGEN ODER BETEILIGTE

es hatte zeugen gegeben, natürlich, sie hatten alles beobachtet, oder meinten alles beobachtet zu haben. sie erzählten ihre geschichten, andere erzählten andere. natürlich gibt es mittlerweile, oder, noch immer, einige versionen der ereignisse, von denen schließlich nur wenige teil der bleibenden geschichte dieses landes sein werden, später, viel später. wenn aus den vielen geschichten und interpretationen möglichst eine einzige, die wahrhafte geworden ist. und diese folgende ist die wahrscheinlich weitaus wahrste beschreibung der ereignisse.

 

 

PERSONEN ODER ZEUGEN

ich weiß, es hieß in einer frühen beschreibung der ereignisse auf dem platz, einige personen hätten sich auf dem platz bewegt, in einer art und weise, die außergewöhnlich und zugleich völlig unauffällig gewesen sei. natürlich wurde an anderer stelle auch bestritten, dass die erscheinung, irgendetwas mit irgendjemand auf dem platz überhaupt zu tun gehabt hätte. ja, es wurde damals auch oft die erscheinung genannt, es hat viele namen bekommen, ja, das wissen wir.

 

es hieß, als erstes habe sich eine person humpelnd über den platz bewegt, es hieß auch, dass sie, wobei es auch viele gab, die betonten, dass das, wenn nicht eine lüge, so doch eine übertreibung oder eine täuschung gewesen sei, dass diese person selbst wie eine erscheinung aus dem boden des platzes aufgestiegen oder eben einfach erschienen sei, in einer art spiegelung oder verschiebung, und von dieser stelle aus, die sich umittelbar darauf nahtlos wieder geschlossen hätte, ihren langsamen weg über den platz begonnen hätte, den sie, so sind sich alle einige, tatsächlich gegangen war, diesen humpelnd oder irgendwie schief gegangenen gang, der dort enden sollte, wo auch die anderen ... wobei, es ist nach wie vor nicht wirklich klar, wie diese person mit den anderen zusammentraf oder ob überhaupt ...

 

eine weitere person bewegte sich dann in normaler oder unauffälliger gangart, mit einer gefüllten tüte in der hand, über den platz, und es hieß später, in dieser tüte der gehenden person hätte sich zwei flaschen speiseöl befunden. gleichzeitig wurde aber auch berichtet, dass diese zwei flaschen gar nicht in der tüte gewesen seien, sondern woanders auf dem platz, einige behaupteten, die person hätte gar keine tüte getragen, sei aber gehend über den platz gekommen, ja, gleichzeitig nämlich mit der humpelnden person. und auch diese person, mit der oder ohne die ölflaschentüte, soll einfach so erschienen sein, soll also einfach plötzlich dagewesen sein, sie hätte den platz betreten und sei dann auf dem platz dagewesen.

 

es hieß, die sich humpelnd über den platz bewegende person stoppte insgesamt drei mal und winkt den beiden, nebeneinander auf der treppe oder bank am rand des platzes für sich sitzenden, und dort den takt einer unhörbaren musik mit dem kopf mitwippenden personen zu.

 

die beiden personen mit den drogeriemarkttüten kreuzten, so hieß es, den weg der vielleicht bekanntesten der damals in das ereignis oder geschehen verwickelten personen, der frau mit dem gehgestell, dem rollator, die zu dieser zeit, gestützt auf ihr gestell mit rollen, von der einen platzseite zur anderen langsam unterwegs war, und es hieß, sie, die beiden personen mit ihren tüten oder taschen, taten das genau in dem moment, als die humpelnde und humpelnde person zum zweiten mal den mit dem kopf wippenden anderen personen zuwinkte, jedenfalls wurde das behauptet, doch von anderen, damals an der gesamtbewegung der und aller auf dem platz beteiligten personen wurde dies bestritten, stattdessen sei deutlich zu sehen gewesen, dass die mit dem, mit ihrem kopf wippenden personen ihr kopfwippen unterbrochen und der frau mit dem rollator zugewinkt oder -gelächelt hätte.

 

 

UNSCHÄRFE

einige zeugen des komplexen geschehens waren sich, wie berichtet wurde, manchmal nicht sicher, ob es sich wirklich jeweils um die beschriebene person gehandelt hätte, oder ob die person nicht jemand anders gewesen sei. es war allerdings nicht ganz klar, was sie damit meinten, dass eine person jemand anders gewesen sei, und eine genauere erklärung konnten diese zeugen des geschehens auch nicht geben. einige gaben an, es sei einfach ein gefühl gewesen, dass das, was sie sahen, nicht mit der wirklichkeit übereinstimmte, auch wenn es die wirklichkeit war und nichts als die wirklichkeit. einige sagten auch, es hätte sie an ein spiel erinnert, das sie schon einmal gesehen hätten, obwohl sie dann, auf nachfrage, danach meist angaben, sie hätten genau das gesehen, was sie gesagt hätten, und so weiter. dieses uneindeutige oder ausweichende verhalten der zeugen wurde später als unschärfe der zeugen der ereignisse bekannt. es hieß später, dass dieses aussageverhalten angesichts des geschehens auf einem belebten platz zu erwarten gewesen sei, nur sei es eben nicht normal, zeugen so genau nach einer alltäglichen situation wie der dieses tages zu fragen, und das sei die erklärung für jene unschärfe der aussagen.

 

 

PERSONEN ODER ZEUGEN

es hieß und es wurde berichtet, dass eine ältere frau in der nahen einkaufspassage oder -galerie zuerst den juwelier gegenüber der apotheke besuchte, über dessen eingangstür "meta juwelier" zu lesen war, um dort zwei der sogenannten engelsrufer zu kaufen, einen ring und eine halskette. später beschäftigten sich mehrere schriften mit der frage, ob der juwelier wirklich meta hieß oder warum er seinen juwelierladen gerade "meta" nannte, wenn er selbst nicht meta hieß. und so weiter. jene ältere frau, hieß es, betrat anschließend die apotheke, die mit dem slogan "ihre seniorenapotheke" warb, um sich dort einen der im fenster ausgestellten gehgestelle mit festen rädern zu kaufen, gebraucht und in gutem zustand, und zwar das modell "migo 2 g", belastbar bis einhundertdreißig kilogramm, mit stockhalter, korb und tablett, gewicht acht komma vier kilogramm, für achtundneunzig euro inkl. sieben prozent mehrwertsteuer. auch mit diesem gehgestell beschäftigten sich später mehrere historiker, die der frage nachgingen, ob migo eigentlich amigo meinte und ob es wirklich so sei, dass das gehgestell, das in dem ereignis, in der eröffnung oder in dem erscheinen des kraftfeldes auf dem platz eine bedeutende rolle spielte, und dass, dieser rollator deshalb 'metaamigo' zu nennen wäre. schließlich nahm die ältere frau, die sich nun scheinbar in eine alte frau verwandelt hatte, jedenfalls hieß es von zeugen, die sie auf dem platz gesehen hatten, es hätte sich bei ihr um eine alte frau gehandelt, die sich dort langsam über den platz schob, eine alte oder schon sehr alte frau, hieß es. einige aufmerksamkeit wurde auch der frage oder dem detail zuteil, dass die ältere oder alte oder sehr alte frau in ihrem eben erst gekauften gehgestell mit rollen, dem rollator, mehrere auf ihrem weg über den platz klirrende flaschen transportierte, deren herkunft oder funktion aber unbekannt blieb.

 

es hieß weiter, mehrere der am geschehen beteiligten personen hätten behauptet, die frau mit dem gestell hätte sich einmal um sich selbst gedreht. natürlich sei das sehr unauffällig geschehen, so, als hätte sie sich umgesehen, um und umgesehen und dabei den weg mit ihrem rollator aus den augen verloren. aber dennoch, sie hätte sich letztlich einmal und vollständig gedreht und um und um sich selbst gedreht und die bewegung der anderen dabei beteiligten personen, also der personen, die sich über den platz bewegten und ja wohl wahrnahmen was auf dem platz geschah, hätten sich in einer art schnittpunkt oder einem elastischen scharnier befunden, im moment des drehens oder rollens der frau mit dem gehgestell um und um sich selbst, und in diesem augenblick sei das kraftfeld nie dagewesener klarheit mitten unter ihnen erschienen, es sei sichtbar und es sei fühlbar gewesen, sagten einige. andere sagten, sie hätten es nicht gesehen, aber gefühlt. einige nannten dieses gefühl angst, aber gute angst.

 

 

WEISSAGUNG

es hieß, jemand hätte die frau mit dem rollator, die nach den ereignissen nie mehr gesehen wurde, direkt nach dem geschehen befragt und man hätte jedenfalls danach oder kurz danach eine mitteilungen der frau mit dem gehgestell festgehalten, aufgenommen, dann niedergeschrieben.

es hieß, sie sagte als erstes: das schlimmste ist, nicht zu wissen, ob man etwas gutes bewirkt. aber dieses mal ist es anders.

sie sagte dann: es gibt keine andere welt, nur die hier, und die haben wir selbst gemacht, die ist gemacht, die wird in jeder minute hier auf dem platz gemacht und anderswo genauso.

sie sagte: wir sind hier, wir sind die stadt, wir sind der platz und wir werden der platz sein.

sie sagte weiter: wir haben den platz für uns gemacht, und damit ist jetzt jeder einzelne stein gemeint.

sie sagte: leite mich, platz. wer bist du, der du uns das alles hier gibst, das große, das hiersein.

sie sagte: nein, du bist nicht allein. und allein bist du nichts. aber es gibt nur uns und niemand sonst. das ist das feld der klarheit und des wissens, das feld der kraft und der guten angst.

 

 

UNGEWOLLT UND FREI

es hieß, die an der entstehung des kraftfeldes beteiligten personen auf dem platz hätten eigentlich nichts gewollt. und als sie später gefragt worden waren, hieß es, sagten sie, sagten einige von ihnen, sie hätten nichts gewollt, sie seien nur dagewesen. wir müssen es aber gewesen sein, sagten sie, auch wenn wir es nicht wollten. und was wolltet ihr? wurden sie wieder gefragt, wir wollten nichts, antworteten sie, hieß es, aber wir müssen es gewesen sein, wiederholten sie. doch andere sagten, sie hätten sehr wohl etwas gewollt, aber sie wollten es dann indirekt, das, was sie taten, weil sie es wollten, das taten sie also indirekt weil sie es indirekt wollten, und das sei das geheimnis gewesen, hieß es, andere stimmten dem zu. wieder andere, hieß es, lachten nur über diese fragen.

 

 

PERSONEN ODER ZEUGEN

weitere personen, die an den ereignissen jenes tage beteiligt gewesen sein sollten, waren: ein mann mittleren alters, der mit der linken hand in der tasche und einem telefon in der rechten hand, erhoben zum kopf, telefonierend langsam über den platz ging. wobei es auch hieß, dass dieser mann mittleren alters viel jünger gewesen sei, und andere berichteten, er sei tatsächlich eine frau gewesen, andere wiederum behaupteten, er sei sehr wohl und sicher ein mann mittleren alters gewesen, aber da sei noch ein anderer mann mittleren alters gewesen, auch mit einem telefon erhoben zum kopf, der telefonierend langsam über den platz ging. ferner: ein mann mit schmerzen im linken bein, der auf den rand des platzes zu humpelte und dort offenbar irgendetwas zu erledigen hatte. er wartete dort offenbar auf jemand. ferner eine zielstrebige frau, die wohl etwas vergessen hatte. jedenfalls kehrte sie auf dem platz wieder um, und zwar in sichtweite der frau mit dem gehgestell. ferner eine erschöpfte joggerin auf ihrem weg über den platz, die nicht lief, auch nicht schnell ging, die langsam ging, die vorher aber offensichtlich bis zum platz gelaufen war. ferner ein mann, der wohl nicht wusste, wohin er wollte, er ging über den platz, kehrte wieder um, ging wieder den gleichen weg, bog ab, ging, kehrte zurück, drehte um, ging weiter, bog ab und so weiter, jeweils mit pausen, stockungen, und blicken über die schulter hinter sich. ferner die anderen personen in sichtweite oder in verbindung mit den anderen, unterwegs auf dem platz, in bewegung.

 

 

KRAFTFELD

einige zeit nach den ereignissen sammelte jemand all die namen, die schon bald dem ort gegeben wurden, von dem behauptet wurde, dass seit diesem tag dauerhaft das vorhanden sei, was so genannt wurde: kraftfeld, energiefeld, ort der klarheit, irrer nebel der bewusstheit, feld der totalen einsicht, zone des für-immer-jetzt, klares zelt, megaschräge, ziemlich totale klarheit, weichplatz, gedankenpolpool, unsichtbares wirhaus, heyduichfeld, öffnung, großes gestell, geh-hin-und-seh-selbst-stelle.

man fragte die beteiligten und weitere zeugen danach, was sie erlebt hatten, und was sie meinten, was das feld sei. eine von ihnen sagte dann das, was später dem feld seinen eigentlichen namen gab, sie sagte, es hätte eine unsichtbar implosion des sinns und eine nie dagewesene klarheit und eine in die wirklichkeit dieses platzes eröffnete sinn-fläche gegeben. ein kraftfeld, sei das gewesen, sagte sie noch.

die meisten anderen befragten sagten, es sei ein gefühl gewesen, zusammen mit persönlichen gedanken, die einfach sehr alltäglich gewesen seien. andere sagten, sie hätten eine transparente blauschimmerende wolkenstruktur gesehen, die in etwa dreißig zentimeter höhe über dem platzboden schwebte, etwa drei meter hoch war und sich in einer nicht zu erkennenden form ausgebreitet hatte, andere wiederum sagten, sie hätten diese blauschimmernde wolke nicht gesehen, und da sei gar nichts gewesen.

 

 

STIMMEN

kritische stimmen sprachen, behaupteten, es hätte das kraftfeld nie dagewesener klarheit niemals wirklich und dauerhaft gegeben, es handele sich um einen bloßen mythos der jeder realität entbehre - eine sentimentale minderheit hätte sich wichtig machen wollen, hätte ihren taten einen sinn geben wollen, den es nie gab und gegeben hat und auch nie geben könnte, alles sei simulation. sie wollten sich wichtig machen, hieß es, und andere wären auf diese wichtigkeitsbewegung aufgesprungen und hätten das krafteld der nie dagewesenen klarheit behauptet, doch das alles sei eine art verschwörung der fußgänger und radfahrer.

 

 

FORDERUNG

tatsächlich wurden bald nach den ereignissen des juli 2016 forderungen laut, die fußgänger- und radfahrer-situation rund um den platz nachhaltig zu überarbeiten. wir wehren uns, hieß es damals, gegen die schlechte behandlung der radfahrer und auch der fußgänger. wir fordern einen ausbau der radwege rund um den platz, im namen des kraftfelds nie dagewesener klarheit fordern wir das. und die fußgänger sollten befreit werden von ihren fußgängertunneln, der schmutzige, brutale und betrügerische autoverkehr aus der stadt in die dumpfe peripherie und von dort krank in die stadt strömende verkehr über die köpfe der fußgänger und gegen die radfahrer der stadt, er sollte für immer gestoppt werden.

 

 

THEORIE

theorie. verschiedene theorien sind entstanden, wurden hergeleitet, abgeleitet und in ihrer folge gelesen und wieder interpretiert und wieder besprochen, die das auftreten des feldes, das auftreten des feldes nie dagewesener klarheit erklären oder aufklären sollten. hinter einer dünnen schicht der gewohnheit, die über allem liegt, die immer da ist, die an jenem tag aber dünner war, fühlbar dünner, fast nicht da war. die beteiligten personen hätte es gesehen, hieß es, gesehen und gespürt und gefühlt, sie seien damit selbst in den zustand der fiktion übergetreten, und das feld nie dagewesener klarheit sei eigentlich eine fiktion, hieß es, doch eine starke, wirksame, und selbst dann sei es nichtsdestotrotz da, wurde entgegnet, es sei gerade als fiktion wirksam und der einzige sinn den es gebe, sei dieser, hieß es. man erinnerte an die worte der frau mit dem gehgestell, die sagte, dieses mal ist es anders. die weiter sagte: wir sind hier, wir sind die stadt, wir sind der platz und wir werden der platz sein, wir sind hier und wir werden da sein und hier sein ist alles.

 

 

EUPHORIE UND IDENTITÄT

und ich sage, wer hätte gedacht, dass dieser tag für die stadt und dann für das ganze land, wer hätte das vorher geahnt, dass dieser tag, dass ein einfacher tag im juli, für dieses land so sehr, ... wer hätte sich das vorstellen können?! ... für uns alle und auch über die grenzen hinaus ... von so großer bedeutung, war, sein würde, von bedeutung ... ein symbolischer tag und eben nicht nur das, ein spürbar alles nun auch ändernder, verändernder, ... wer von uns nur hätte sich das vorher denken oder vorstellen können, dass wir, wie wir heute hier ... hineingestellt ... wie wir uns jetzt selbst verstehen, ... was wir alles diesem ort und diesem tag zu verdanken haben, und was damals noch ganz anders, ... aber in unseren heute und hier geltenden werten und perspektiven und wer hätte das vorher zu hoffen gewagt, für dieses land,  ... und über seine grenzen hinaus, wir alle, für uns und für andere. dieses weitreichende ereignis ... dieser, sie kann es, er kann es nicht anders sagen, große, ja historische tag, dieser ort und dieser platz, an diesem ort, ... dass das dort geschehen würde. und nun sagte ich, es ist gut so.

 

 

 

Dieser Text entstand im Juni 2016 für "Weltproben", ein Reenactment von "Drama Köln": "Eine Produktion von Drama Köln, in Koproduktion mit dem Asphalt Festival 2016 und dem Schauspiel Köln im Rahmen des Stadtteilprojekts »Die Stadt von der anderen Seite sehen«. Gefördert durch das Kulturamt der Stadt Köln, durch den Fonds Darstellende Künste e.V. und vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW."

Mehr Informationen zum Projekt bei Drama Köln

 

© Christian Bernhardt 2017